Aciclovir gegen Herpes

Bekannter Wirkstoff mit Schwächen

Aciclovir ist ein Arzneistoff, der sich zur Behandlung bei Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus über Jahrzehnte verbreitet hat. Bei Lippenherpes wird Aciclovir lokal, zumeist in Form einer Salbe oder Creme angewendet. Diese Therapie hat Vor- und Nachteile:

  • Der Wirkstoff Aciclovir ist im Allgemeinen gut verträglich.
  • Die Behandlung von Lippenbläschen mit Aciclovir-Salbe kann den Krankheitsverlauf um ca. 0,5 Tage verkürzen. Unangenehme Symptome wie Brennen, Jucken oder Spannungsgefühl bleiben dennoch bestehen. Bei fortgeschrittenem Ausbruch kann eine Bläschenbildung nicht mehr verhindert werden.
  • Die Behandlung von Herpes mit Aciclovir bei bereits ausgebildeten Lippenbläschen ist fast wirkungslos, da der Wirkmechanismus von Aciclovir-haltigen Cremes früher im Krankheitsverlauf ansetzt und auf bereits gebildeten Viren, die in hoher Zahl in der Bläschenflüssigkeit enthalten sind, kaum noch hemmenden Einfluss haben.

Eine Wärmetherapie-Behandlung mit herpotherm® hilft in allen Phasen des Herpesausbruchs: Die konzentrierte Wärmetherapie ist einfach & hygienisch, kann die Herpes-Symptome zu jedem Zeitpunkt des Ausbruchs wirksam reduzieren und bei rechtzeitigem Einsatz die Entstehung von Lippenbläschen sogar komplett verhindern.

Lokale Behandlung

Aciclovir zur lokalen Behandlung von Herpes

Aciclovir zählt zu den Virostatika, also zur Gruppe der Medikamente, die die Vermehrung von Viren hemmen können. Es wird nach der Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus zur Behandlung von Herpes-Rezidiven eingesetzt.[1]

Zur Behandlung von Lippenherpes wird der Wirkstoff in der Regel als Salbe bzw. Creme mit 5 % Aciclovir eingesetzt, die rezeptfrei erhältlich sind.[2]

Die Wirkung von Aciclovir bei Lippenherpes beruht auf komplexen biochemischen Prozessen, die sich vereinfacht wie folgt beschreiben lassen:

  1. Aciclovir dringt als Vorläufersubstanz in die infizierte Zelle ein. Dort wird es durch ein Enzym des HSV-Virus zu einem aktiven Wirkstoff umgewandelt (metabolisiert).
  2. Bei der Vermehrung des Erbguts (DNA) des Virus durch das Herstellen von Kopien (DNA-Replikation) wird an einer bestimmten Stelle des Erbguts statt des eigentlichen ‘Bausteins’ das Aciclovir eingesetzt. Dieser Vorgang bringt das Fließband zum Stillstand und die weitere Vermehrung und Ausbreitung der Viren wird unterbrochen und vermindert.
  3. Abschließend wird der Wirkstoff über die Niere ausgeschieden.[3]
Frau mit Herpes an Oberlippe

Nachteile

Die Nachteile von Aciclovir als Wirkstoff gegen Herpes

Trotz der belegten virenhemmenden Wirkung hat die Herpes-Therapie mit Aciclovir auch Nachteile. Das ist zum einen die mangelnde Alltagstauglichkeit der lokalen Behandlung mit Aciclovir-Cremes bei Lippenherpes:

  • verzögerter Wirkungseintritt: Der virenhemmende Effekt von Aciclovir kommt nicht sofort zum Tragen. Aus diesem Grund ist topisches Aciclovir bei akuten fortgeschrittenen Ausbrüchen von Herpes nur bedingt hilfreich und kann laut Studienlage die Symptomdauer lediglich um 0,5 Tag verkürzen.[4]

  • wenig diskrete Anwendung: Bei der Behandlung mit Aciclovir-Creme bzw. -Salbe bleiben die Lippenbläschen, Wunden und Verschorfungen sichtbar. Je nach Einwirkzeit des Produkts können nach dem Auftragen auch Salbenreste zu sehen sein, was oft als optisch störend empfunden wird.

  • nur geringe Linderung der Symptome: Aciclovir hemmt zwar die Virusreplikation, hat aber – anders als die Thermotherapie-Behandlung – keinen direkten Einfluss auf die Symptome wie Brennen, Jucken sowie das Spanngefühl und Anschwellen der Haut im Vorfeld der Bläschenbildung.

  • wiederholte Anwendung mit hohen Hygieneanforderungen: Die Aciclovir-Salbe muss 5x täglich, jeweils mit einem Abstand von 4 Stunden aufgetragen werden. Vor und nach der Anwendung ist sorgfältiges Händewaschen nötig, um ein Weitertragen der Viren und eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden.

  • fast wirkungslos bei bereits gebildeten Lippenbläschen: Die Behandlung von Herpes mit Aciclovir auf bereits gebildete Lippenbläschen ist fast wirkungslos, da der Wirkmechanismus von Aciclovir-haltigen Cremes früher im Krankheitsverlauf ansetzt und auf bereits gebildete Viren, die in hoher Zahl in der Bläschenflüssigkeit enthalten sind, kaum noch hemmenden Einfluss hat.

  • zunehmende Resistenz gegen Aciclovir möglich[5][6]

Gerade im Blick auf die Lebensqualität wird die Behandlung mit konzentrierter Wärme im direkten Vergleich zur Aciclovir-Salbe als vorteilhaft erlebt. Eine signifikante Besserung der Symptome durch die Wärmebehandlung im Vergleich zu einer Aciclovir-haltigen Salbe wurde in eine Studie mit über 100 Teilnehmern schon 2 Tage früher erreicht.[7]

Vorteile der Wärmetherapie

Welche Vorteile hat die Anwendung von Aciclovir?

Die Vorteile von Aciclovir-haltigen Salben zur Behandlung von Lippenherpes liegen vor allem in der belegbaren Wirkung:

Setzen Sie für eine verkürzte Symptomdauer bei Herpes auf Wärmetherapie

Die lokale Behandlung mit konzentrierter Wärme bietet im Vergleich zu Aciclovir-Salben zahlreiche Vorteile. So können Sie mit herpotherm®:

  • schnell & einfach eine professionelle Hyperthermie-Behandlung durchführen, auch unterwegs
  • eine diskrete Herpes-Behandlung durchführen, ohne sichtbare Salbenreste im Gesicht
  • eine deutlich schnellere Besserung der Symptome erreichen[8]
  • Nebenwirkungen minimieren, herpotherm® wirkt ohne Chemie

Wenn bei den ersten Symptomen angewendet, kann nur die Wärmebehandlung die Ausbildung von Herpesbläschen komplett verhindern.

Mann wendet Wärmetherapie zur Behandlung von Lippenherpes an

Quellen

[1] Eckhard Beubler: Kompendium der Pharmakologie: Gebräuchliche Arzneimittel in der Praxis. Springer-Verlag 2006, S. 184-185.

[2] Gerd Plewig, Thomas Ruzicka, Roland Kaufmann, Michael Hertl: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer-Verlag 2018, S. 105-106.

[3] Michael Freissmuth, Stefan Offermanns, Stefan Böhm: Pharmakologie und Toxikologie: Von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie. Springer-Verlag 2016, S. 731-734.

[4] Spruance SL, Nett R, Marbury T, Wolff R, Johnson J, Spaulding T. Acyclovir cream for treatment of herpes simplex labialis: results of two randomized, double-blind, vehicle-controlled, multicenter clinical trials. Antimicrob Agents Chemother. 2002 Jul;46(7):2238-43. doi: 10.1128/AAC.46.7.2238-2243.2002. PMID: 12069980; PMCID: PMC127288.

[5] Piret J, Boivin G. Antiviral resistance in herpes simplex virus and varicella-zoster virus infections: diagnosis and management. Curr Opin Infect Dis. 2016 Dec;29(6):654-662.

[6] Cunningham A, Griffiths P, Leone P, Mindel A, Patel R, Stanberry L, Whitley R. Current management and recommendations for access to antiviral therapy of herpes labialis. J Clin Virol. 2012 Jan;53(1):6-11.

[7] Wohlrab, J., Voß, F., Müller, C., & Brenn, L. C. (2013). The use of local concentrated heat versus topical acyclovir for a herpes labialis outbreak: results of a pilot study under real life conditions. Clinical, cosmetic and investigational dermatology, 6, 263–271. https://doi.org/10.2147/CCID.S49273

[8] Wohlrab, J., Voß, F., Müller, C., & Brenn, L. C. (2013). The use of local concentrated heat versus topical acyclovir for a herpes labialis outbreak: results of a pilot study under real life conditions. Clinical, cosmetic and investigational dermatology, 6, 263–271. doi.org/10.2147/CCID.S49273